Ein persönlicher Blick auf die Teams von Argos Wityu

Nur wenige Branchen sind Gegenstand so vieler irrtümlicher Vorstellungen wie Private Equity. Doch Fonds wie Argos Wityu bringen Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und oft komplexen Fachkenntnissen zusammen und tragen so zur Wertsteigerung von Unternehmen bei. Bei uns arbeiten Kolleginnen und Kollegen, die stark in ihrer Heimat verwurzelt sind und großen Einsatz für lokale Unternehmen und Investoren leisten. Wir möchten vier von ihnen vorstellen und so ein wenig davon zeigen, was unser Unternehmen ausmacht: die Menschen bei Argos Wityu haben unterschiedlichste Persönlichkeiten, Nationalitäten und Hintergründe. Doch sie alle eint eine gemeinsame Herangehensweise an ihre Arbeit.

60 Mitarbeiter*innen mit 16 unterschiedlichen Nationalitäten arbeiten bei Argos Wityu. Wir haben für dieses Profil vier ausgewählt, vom Senior Associate bis zum Partner. Da wären ein 50-jähriger Italiener in Mailand, der das Segeln liebt und die Raststätten an der A4 auswendig aufzählen kann; ein 36-jähriger Deutscher in Frankfurt, der früher Marathon lief ; eine 29-jährige Französisch-Algerierin in Paris, die begeisterter Rugby-Fan ist; und ein 38-jähriger Belgier, der kürzlich zum dritten Mal Vater geworden ist.

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Ein kosmopolitischer Ansatz ‚Made in Europe‘

Die Vielfalt der Herkünfte und Karrierepfade ist etwas, das viele der Kolleginnen und Kollegen bei Argos Wityu gemeinsam haben. Wie der Name unseres Managing Partners in Italien vermuten lässt, ist Jean-Pierre Di Benedetto französisch-italienischer Herkunft. Der Vater eines zehnjährigen Jungen wurde vor 50 Jahren in Süditalien geboren und hat nach seinem Studium in Mailand, in Großbritannien, Japan und Frankreich gearbeitet. Der 37-jährige Maarten Meijssen, Partner in der Benelux-Region, wurde im flämischen Teil Belgiens geboren, studierte in Brüssel und in Bath, im Südwesten Englands. Fabian Söffge, Director in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), wuchs in der Nähe von Frankfurt auf und studierte in Deutschland, Kanada und Dänemark. Doch die vielleicht kosmopolitischste Kollegin bei Argos Wityu ist Yasmine Karger, Senior Associate in Frankreich. „Mein Mann ist deutscher Herkunft, was die ungewöhnliche Kombination aus meinem Vor- und Nachnamen erklärt“, sagt sie. „Mein Großvater war Französisch-Lehrer und ich habe mir als Kind Les Fables de la Fontaine vorlesen lassen“. Die gebürtige Algerierin lebte bis zu ihrem 18. Lebensjahr in Algerien, bevor sie nach Frankreich zog, um den zweijährigen Vorbereitungskurs für die führenden Business-Schools des Landes zu absolvieren. Sie erinnert sich daran, dass ein Satz sie besonders beeindruckte, als sie zu Argos Wityu kam: Wir kaufen Komplexität und verkaufen Einfachheit. „Dieser Satz drückt unsere Bereitschaft aus, hinter die Kulissen zu schauen und uns auf Situationen einzulassen, die einige unserer Konkurrenten vielleicht vermeiden würden.  Heute ist mir klar, wie sehr dieser Satz meine eigene persönliche Entwicklung begleitet hat.“

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Private Equity, oder wie man alle Tasten eines Klaviers spielt

Unterschiedliche Wege, die alle zu Argos Wityu geführt haben. Und doch war Private Equity für die meisten von ihnen ein Mysterium, bevor es zur offensichtlichen Wahl wurde.

„Als ich an der Universität in Belgien war, wusste ich nicht wirklich viel über Private Equity“, erinnert sich Maarten Meijssen.  „Mein Wissen beschränkte sich auf ein paar Artikel, die ich in der Presse gelesen hatte.“ Nach seinem Studium begann er seine berufliche Laufbahn bei einer führenden privaten Geschäftsbank in Belgien.  Es war eine faszinierende Welt, aber ihre Grenzen wurden bald deutlich. „Beim ersten Kundentermin fragte ich meinen Vorgesetzten, ob ich ihn begleiten dürfe.  Er sagte ‚nein‘, ich müsse erst graue Haare haben.“ In seiner Entschlossenheit, seine berufliche Karriere voranzutreiben, wechselte Maarten zu einer großen Corporate-Finance-Gruppe.  Er lernte viel, beschloss aber, dass er stärker in die Führung der Unternehmen involviert sein wollte. Maarten wurde schließlich von Argos Wityu angeheuert, wo eine große Herausforderung auf ihn wartete: der Aufbau eines Büros für die Benelux-Region von der Pike auf. Es stellte sich heraus, dass Private Equity genau das war, was er gesucht hatte: eine Mischung aus Finanzen, Unternehmensstrategie und unternehmerischer Herausforderung.

„Wenn man seine berufliche Laufbahn auf einem Klavier spielen könnte, wäre Private Equity wahrscheinlich der einzige Geschäftsbereich, in dem man jede Taste anschlagen muss“, sagt Jean-Pierre Di Benedetto.  Seine Karriere begann in London und New York als Derivate-Händler.  „Es war eine aufregende Arbeit, die eine Menge Adrenalin erzeugt. Aber es ist auch sehr technisch, ein bisschen trocken, sogar asketisch. Als Händler wusste ich genau, welche Tasten man spielen musste – aber es gab nicht viele davon.“ Nach seinem MBA-Abschluss entschied sich Jean-Pierre für Private Equity, das ihm am interessantesten und vielseitigsten erschien.

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Die menschliche Note, ein Leistungstreiber… aber auf die Probe gestellt von Covid-19

Auf die Frage, warum sie sich für Argos Wityu entschieden haben, heben alle Vier ein Merkmal besonders hervor: die menschliche Note. Der tägliche enge Kontakt mit den Partnern sei der Schlüssel für eine gute Zusammenarbeit mit den Investoren und Unternehmern und den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen.

Um diese Herausforderung zu meistern, glaubt Jean-Pierre Di Benedetto, dass es unter allen Umständen darauf ankommt, nicht nur Agilität und emotionale Intelligenz, sondern auch Bescheidenheit und Empathie zu zeigen. „Ich erinnere meine jüngeren Kollegen immer wieder an einen wesentlichen Grundsatz, nämlich, dass wir immer weniger wissen als die Menschen, mit denen wir es zu tun haben. Das sind sehr erfahrene Experten, mit vielen Jahren Erfahrung in ihrem Gebiet.“  Man muss sich immer wieder darin üben, auf einfühlsame Art und Weise den richtigen Ansatzpunkt zu finden, um dem Gegenüber die eigene Glaubwürdigkeit zu demonstrieren – eine wesentliche Voraussetzung für den zukünftigen gemeinsamen Erfolg.  „Man muss sich bei einem Botschaftsessen ebenso wohlfühlen wie bei einem spontanen Lunch mit einem Unternehmer an einer Autobahnraststätte“, sagt der italienische Partner. Und er spricht aus Erfahrung: vor der Pandemie legte er 40.000 Kilometer im Jahr auf der A4 zwischen Turin und Triest zurück.

Fabian Söffge erzählt eine ähnliche Geschichte. „Ich verbringe die meiste Zeit meines Tages in Meetings und im Gespräch mit Menschen.“ Seit Beginn der Pandemie versucht er, jede Lockerung der Kontaktbeschränkungen zu nutzen, um sich wieder persönlich mit anderen zu treffen – unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen.  „Bei unserer Arbeit muss die Chemie zwischen uns und unseren Partnern stimmen.  Der menschliche Faktor spielt eine große Rolle.“ Die Pandemie wirkte sich weniger negativ aus, als Fabian zu Beginn befürchtet hatte.  Wie jeder bei Argos Wityu hat er neue Wege gefunden, um mit den Portfoliounternehmen in Kontakt zu bleiben. Doch einen Unternehmer davon zu überzeugen, dass man der richtige potenzielle Partner ist, ist per Videocall deutlich schwieriger als persönlich. „Ein gemeinsames Mittagessen, beispielsweise, bei dem man sich auch über Themen unterhält, die gar nicht eingeplant waren, ist sehr wichtig, um eine Beziehung zu entwickeln.“

Auch Maarten Meijssen findet, dass der persönliche Kontakt der am meisten erfüllende Teil seiner Arbeit ist – auch wenn er die Vielseitigkeit seiner Aufgaben, inklusive Finanzanalysen, rechtlichen Auswertungen etc. sehr schätzt „Eine Investition zu beurteilen, bedeutet auch, sich ein Urteil über die beteiligten Personen zu bilden. Nach zwei oder drei Treffen muss man entscheiden, ob man für die nächsten fünf Jahre der Partner von jemandem werden will. Das kann man nicht aus Büchern lernen, aber es ist der Kern dessen, was ich tue.“ Als jemand, der es gewohnt ist, durch Belgien und die Niederlande zu reisen, war er zu Beginn der Covid-19-Krise besorgt, dass es unmöglich sein würde, Deals abzuschließen.  Am Ende war er froh, dass er eines Besseren belehrt wurde.  Doch obwohl digitale Tools neue Wege der Kommunikation ermöglichen, vermisst er den Smalltalk, die Plauderei vor und nach den Meetings, die den Gesprächen weitere Tiefe verleiht.

„Ehrlich gesagt, sehe ich nicht, dass andere Private-Equity-Firmen so viel Wert auf den menschlichen Faktor legen“, sagt Yasmine Karger.  Es ist ein Aspekt, der für ihre beiden täglichen Hauptaufgaben als Senior Associate von zentraler Bedeutung ist: zum einen die Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten, Unternehmen analysieren, Führungsteams kennenlernen und ihre Herausforderungen identifizieren. Zum anderen das Monitoring der Unternehmen, die bereits im Portfolio sind. „Der menschliche Faktor ist ein sehr realer Teil des Jobs und das ist kein leeres Marketing-Gerede“, sagt sie. „Ich stehe täglich in Kontakt mit CFOs als Sparringspartner und Lösungsanbieter und um gemeinsam Ideen durchzuspielen.“

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Zeit für sich selbst nehmen – eine wichtige Auszeit

Die Entwicklungen während eines Arbeitstages zählen zu den vielen unvorhersehbaren Aspekten im Private-Equity-Job. Alle vier Kolleg*innen sind sich in zwei Punkten einig: die Themen sind vielfältig und es herrscht eine hohe Geschwindigkeit. „Es ist definitiv kein 9-to-5-Job“, sagt Fabian Söffge.  „Von den durchschnittlich zehn Stunden, die ich jeden Tag arbeite, verbringe ich, wenn nicht gerade ein aktueller Deal läuft, etwa 30 Prozent meiner Zeit mit unseren Portfoliounternehmen und 70 Prozent damit, mir neue Investitionsgelegenheiten anzusehen.“ Fabian Söffge sagt, er könnte keiner monotonen Arbeit nachgehen und er schätzt den Facettenreichtum seiner Aufgaben sehr. Die Unternehmen zu verstehen und den Partnern beim Wachstum helfen zu können ist, was ihn antreibt. Jean-Pierre Di Benedetto beschreibt sich selbst als Person „die schnell gelangweilt ist“ und weiß, dass ihm das im Private Equity-Geschäft nicht passieren wird. „Es gibt menschliche, technische und intellektuelle Herausforderungen, um nur einige zu nennen, und wir arbeiten immer in kleinen Teams, in den es viel zu viel zu tun gibt. Jeden Tag kommen fünf Dinge auf meine To-Do-Liste, aber ich schaffe es nie, mehr als zwei davon abzuhaken!“

Um dieses Tempo aufrechtzuerhalten, versuchen alle vier, Auszeiten einzuplanen. Für Maarten Meijssen, Vater von Kindern im Alter von 5 und 3 Jahren und drei Wochen, ist das eine besondere Herausforderung.  „Vor einem Jahr habe ich mir ein Elektrofahrrad gekauft, mit dem ich jeden Morgen zur Arbeit fahre. Ich höre Podcasts über meine Kopfhörer und es ist eine tolle Art, den Tag zu beginnen.“ Neben dem Laufen und Rudern hat Maarten 2018 beschlossen, Klavierspielen zu lernen. Jeden Mittwoch um 8 Uhr morgens hat er Unterricht bei einer russischen Klavierlehrerin, ehemalige Konzertpianistin der Roten Armee. Schafft er es, jeden Tag 30 Minuten zu üben, wie sie es ihm aufgetragen hat? „Natürlich nicht“, antwortet er prompt.  Auch Yasmine Karger ist sportbegeistert. In ihrer Jugend in Algerien spielte sie Rugby und Basketball (letzteres auf nationaler Ebene); heute geht sie joggen.  „Es kommt darauf an, in welcher Phase man sich beruflich befindet, aber es kann schwierig sein, Pause zu machen. Meine Freunde und meine Familie helfen mir sehr dabei. Ich muss einfach nur mit meiner Mutter oder meinem Vater telefonieren, und Probleme lösen sich in Luft auf.“

Auch für Fabian Söffge ist der Sport eine beliebte Abwechslung. In seiner Jugend war er auf die 10.000 Meter-Distanz spezialisiert und als 19-jähriger beendete er den Frankfurt-Marathon als Zwölfter seiner Altersklasse.  Jetzt, wo er wegen der Pandemie nicht Skifahren kann, läuft er drei- bis viermal pro Woche und begann wieder, Tennis zu spielen.

Für Jean-Pierre De Benedetto ist das Segeln die beste Auszeit. Sein Lieblingsrevier ist die Mündung von Bonifacio, die ebenso gefährlich wie schön ist. Trotz der Unterschiede sieht er auch einige deutliche Gemeinsamkeiten zwischen dem Segeln und seiner Arbeit. „Zunächst einmal ist beides ein Teamsport. Jeder muss sich an die Gruppe anpassen und umgekehrt. Und wenn nicht alle am selben Strang ziehen, kommt man nicht voran.“ Darüber hinaus gilt es, die richtige Balance zu finden, zwischen dem Vorausplanen und der Fähigkeit in Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse die Richtung zu ändern. Und der abschließende entscheidende Aspekt beim Segeln als auch bei Private Equity: das Wissen, dass „unsere Arbeit Energie erfordert. Es ist nicht immer einfach und manchmal bläst einem der Gegenwind hart ins Gesicht. Aber man wird niemals etwas erreichen, wenn man es nicht genießt.“

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