Argos Index®-Mid-Market Q3 2021

Kaufpreise für europäische Mittelständler rückläufig, aber nach wie vor hoch Multiples im Schnitt bei 11,0x EBITDA

  • Die Schere zwischen Finanzinvestoren (11,3x) und strategischen Käufern (10,9x) schließt sich.
  • Anteil der Transaktionen in hoch bewerteten Sektoren (Tech, Healthcare) zurück auf normalem Niveau.
  • Starkes viertes Quartal auf dem M&A-Markt erwartet.


Frankfurt/Paris – 18. November 2021 – Die Kaufpreise für europäische Mittelständler sind im dritten Quartal 2021 im Schnitt leicht gefallen. Laut Argos Index® Mid-Market wurden Multiples in Höhe von 11,0x EBITDA gezahlt (Q2: 11,6x). Finanzinvestoren zahlten 11,3x EBITDA und damit deutlich weniger als im zweiten Quartal (12,9x). Die von strategischen Käufern gezahlten Preise blieben stabil.

Das gaben die unabhängige europäische Investmentgesellschaft Argos Wityu und die Onlineplattform Epsilon Research heute bekannt. Der Index verfolgt seit 2004 die Bewertungen nicht-börsennotierter Mittelständler in der Eurozone, an denen in den jeweils zurückliegenden sechs Monaten eine Mehrheit übernommen wurde.

Kaufpreise für nicht-börsennotierte europäische Mittelständler rückläufig

Median EV-/EBITDA-Multiples auf Sechsmonatsbasis (rollierend) – Quelle: Argos Index®-Mid-Market / Epsilon Research

Nach wiederholten Rekorden in den vergangenen drei Quartalen sank der Argos Index® im dritten Quartal 2021 auf 11,0x EBITDA, blieb damit aber nach wie vor auf einem historisch hohen Stand.

Für die rückläufige Entwicklung gibt es mehrere Gründe:

  • Die von Finanzinvestoren gezahlten Multiples sanken.
  • Der Anteil von Transaktionen im Gesundheitswesen und im Technologiesektor sank im dritten Quartal 2021 auf unter 40 % ab, was dem Stand vor der Coronakrise entspricht.
  • Günstige makroökonomische Bedingungen: eine schnellere und robustere wirtschaftliche Erholung, vor dem Hintergrund erfolgreicher Impfkampagnen in Europa sowie erheblicher Unterstützungspakete für die Wirtschaft.

Finanzinvestoren zahlten weniger als zuvor

  • Die von Finanzinvestoren gezahlten Multiples sanken auf 11,3x EBITDA, nachdem sie in den drei vorigen Quartalen jeweils Rekordhöhe erreicht hatten.
  • Ein Grund: Die Anzahl der Transaktionen in den traditionell höher bewerteten Sektoren (Healthcare, Technologie) ging auf ein normales Maß zurück.
  • Die gezahlten Preise waren jedoch nach wie vor hoch und lagen etwas über den von strategischen Käufern gezahlten Preisen.
  • Die Gründe dafür sind unverändert: Scharfer Wettbewerb mit strategischen Käufern, ein weiterer Anstieg der Investitionen in PE-Fonds und die Verfügbarkeit von günstigem Fremdkapital.

Stabiler Anteil der Transaktionen mit Multiples von mehr als 15x EBITDA

  • Bei einem Viertel aller analysierten Transaktionen wurden Multiples von mehr als 15x EBITDA gezahlt. Der Anteil der hoch bewerteten Transaktionen blieb damit auf einem stabilen hohen Stand.

Börsennotierte Unternehmen waren besonders aktiv

  • Die im dritten Quartal von strategischen Käufern gezahlten Multiples blieben mit 10,9x EBITDA unverändert hoch.
  • Große börsennotierte Unternehmen machten fast 78 % der strategischen Käufer in diesem Quartal aus. Sie profitierten vom fortgesetzten Anstieg der Aktienmärkte und ihren eigenen hohen Multiples.
  • Treiber der M&A-Aktivität waren neben günstigen wirtschaftlichen und Finanzierungsbedingungen auch strukturelle Veränderungen in den Unternehmen, die sie zu strategischen Übernahmen veranlassten.

M&A-Aktivität im europäischen Mittelstand: gemischtes Bild

  • Im Vergleich zum Vorquartal ging die Anzahl der Transaktionen im europäischen Mittelstand zurück, der durchschnittliche Transaktionswert blieb mit 120 Mio. € aber stabil.  
  • Die Erholung im europäischen Mid-Market-Segment blieb hinter dem US-Vergleichswert sowie dem Vergleichswert für europäische Large-Caps zurück.
  • Ein Grund: Die Komplexität der Transaktionen ist gestiegen. Unsicherheiten aufgrund der Coronakrise und der sehr schnellen konjunkturellen Erholung erhöhten die Volatilität von Cash Flows und erschwerten die Interpretation von Finanzdaten und die Preisfindung.

Ansprechpartnerin DACH:

Sara Günnewig 
sg@sguennewig.de 
+49 178 854 9636

Über Argos Wityu / www.argos.wityu.fund
Die unabhängige europäische Investmentgesellschaft Argos Wityu unterstützt Unternehmen beim Eigentümerwechsel. Argos Wityu hat bereits mehr als 80 Unternehmen bei Transaktionen begleitet. Die Investmentstrategie ist insbesondere auf komplexe Vorgänge ausgerichtet. Der Fonds legt dabei den Fokus auf Transformation, Wachstum und eine enge Zusammenarbeit mit den Führungsteams. Argos Wityu übernimmt Mehrheitsbeteiligungen und investiert jeweils zwischen 10 und 100 Mio. Euro Eigenkapital. Argos Wityu verfügt über 30 Jahre Erfahrung und verwaltet ein Vermögen von mehr als einer Mrd. Euro. Der Fonds ist in Brüssel, Frankfurt, Genf, Luxemburg, Mailand und Paris präsent.

Epsilon Research hat die erste Online-Plattform für das professionelle Management von M&A-Transaktionen nicht-börsennotierter Unternehmen entwickelt. Die Plattform bietet Zugang zu Daten, Analysen, Software-Tools sowie weiteren Services, die für die Bewertung nicht-börsennotierter Unternehmen erforderlich sind: EMAT, die größte Datenbank für Transaktionsmultiples von nicht-börsennotierten Unternehmen in Europa mit Details zu mehr als 8.000 M&A-Transaktionen zwischen € 1 Mio. und € 500 Mio. Unternehmenswert aus allen Branchen; regelmäßig publizierte Studien und Indizes, wie den Argos Index®; cloudbasierte Software für M&A-Kontakte und Projektmanagement sowie für Bewertungsprojekte (Vergleichs-Multiples und Portfolios von PE-Fonds)

Der Argos Index® Mid-Market misst die Entwicklung der Unternehmensbewertung von nicht-börsennotierten mittelständischen Unternehmen in der Eurozone. Die Analyse wird von Epsilon Research für Argos Wityu durchgeführt und vierteljährlich veröffentlicht. Sie stellt Medianwerte der EV/EBITDA-Multiples über einen 6-Monatszeitraum (rollierend) dar. Einbezogen werden Transaktionen, auf die folgende Kriterien zutreffen: Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen, Sitz des Zielunternehmens in der Eurozone, Mid-Market (Equity Value zwischen € 15 und € 500 Mio.), Ausschluss bestimmter Sektoren (Financial Services, Real Estate und High-Tech).

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