Argos Index® Mid Market 2. Quartal 2022

Kaufpreise für europäische Mittelständler gehen auf 10,0x EBITDA zurück

  • Multiples zurück auf dem Stand von Ende 2021
  • Anteil der Transaktionen mit niedrigeren Multiples nimmt zu: bei 20 % der Transaktionen wurden <7x EBITDA gezahlt
  • 14 % weniger Deals im europäischen Mittelstand als im Vorquartal, bei stabilem Volumen


Frankfurt/Paris, 20. Juli 2022 –
Die durchschnittlichen Kaufpreise für europäische Mittelständler sind im zweiten Quartal 2022 leicht gesunken. Der Argos Index® Mid Market fiel von 10,6x auf 10,0x EBITDA und damit auf den Stand von Ende 2021. Auffällig ist eine Zunahme niedrigerer Multiples im Bereich
<7x EBITDA.

Die unabhängige europäische Investmentgesellschaft Argos Wityu und die Onlineplattform Epsilon Research haben heute den aktuellen Argos Index® Mid Market veröffentlicht. Er verfolgt seit 2004 die Bewertungen nicht-börsennotierter Mittelständler in der Eurozone, an denen in den jeweils zurückliegenden sechs Monaten eine Mehrheit übernommen wurde.

Frank Hermann, Managing Partner von Argos Wityu in Frankfurt, kommentiert:

„Wir sehen im europäischen Markt für Mittelstands-M&A im zweiten Quartal nach Anzahl der Transaktionen einen Rückgang um 14 % im Vergleich zum Vorquartal, bei gleichem Volumen. Der leicht niedrigere Stand des Argos Index ist durch die anhaltenden ökonomischen Unsicherheiten getrieben, stellt aber nach wie vor ein hohes Niveau dar.“

Kaufpreise für europäische Mittelständler leicht zurückgegangen, aber weiter auf hohem Niveau

Median EV/EBITDA-Multiples auf Sechsmonatsbasis (rollierend): – Quelle: Argos Index®-Mid-Market / Epsilon Research

• Der Argos Index® ging im zweiten Quartal 2022 auf 10,0x EBITDA zurück, 14 % unter dem Höchststand von vor einem Jahr und zurück auf dem Niveau von Dezember 2021.
• Gründe für die leichte Korrektur liegen in einem Rückgang der M&A-Aktivität im Mittelstand, dem länger als erwartet andauernden Ukrainekrieg, dem steilen Anstieg der Inflation, dem raschen Zinsanstieg und dem deutlich verlangsamten Wachstum in den USA und in Europa.
• Im Vergleich zu den Aktienmärkten und dem globalen M&A-Markt fallen die Auswirkungen des turbulenten Umfelds auf die Preise und die Aktivität im Mid-Market jedoch moderat aus.

The EURO STOXX® TMI Small declined by 19.2% in H1 2022
[1] Global M&A activity fell 23% in value and 16% in Europe compared with H1 2021 – Source: Refinitiv

Von strategischen Käufern gezahlte Preise leicht gesunken

  • Die von Finanzinvestoren gezahlten Multiples waren im zweiten Quartal stabil, mit 10,8x EBITDA, aber 2x EBITDA niedriger als bei ihrem Höchststand im zweiten Quartal 2021.
  • Die von strategischen Käufern gezahlten Multiples fielen leicht, auf 9,9x EBITDA. Hier wirkte sich der starke Rückgang der Aktienmärkte aus.

Mehr Transaktionen mit Multiples <7x EBITDA

  • Der Anteil Transaktionen mit > 15x EBITDA ist im Vergleich zu 2021 deutlich gefallen, wie bereits im ersten Quartal. Sie machen noch 15 % der betrachteten Transaktionen aus und liegen damit auf dem Vor-Corona-Niveau.
  • Gleichzeitig stieg der Anteil der Transaktionen mit Multiples < 7x EBITDA an, auf jetzt 20 % der analysierten Transaktionen.

Rückgang der M&A-Aktivität im Mittelstand korreliert mit weniger LBOs

  • Die M&A-Aktivität im Mittelstand ging im Vergleich zum Vorquartal nach Anzahl um 14 % zurück, aber ist nach Volumen stabil. Sie hat sich angesichts der verschlechterten Wirtschafts- und Finanzprognosen besser gehalten als der globale M&A-Markt, der im Vergleich zu 2021 um 23 % gefallen ist.
  • Die Buyout-Aktivität im Mittelstand fiel im zweiten Quartal deutlich: -19 % nach Anzahl and
    -43 % nach Volumen, insbesondere bei großen Transaktionen (-30 % bei Deals zwischen € 150 Mio. and € 500 Mio.). Finanzinvestoren sind aufgrund des raschen Anstiegs der Zinssätze und der geringeren Kreditkapazität bei der Auswahl ihrer Investments selektiver geworden.
  • Nichtsdestotrotz profitieren Beteiligungsfonds weiterhin von rekordhohen Summen an Investitionsmitteln, und nicht-börsennotierte Assets sind weiterhin sehr rentabel.

Ansprechpartnerin DACH:

Sara Günnewig 
sg@sguennewig.de 
+49 178 854 9636

Über Argos Wityu / www.argos.wityu.fund
Die unabhängige europäische Investmentgesellschaft Argos Wityu unterstützt Unternehmen beim Eigentümerwechsel. Argos Wityu hat bereits mehr als 80 Unternehmen bei Transaktionen begleitet. Die Investmentstrategie ist insbesondere auf komplexe Vorgänge ausgerichtet. Der Fonds legt dabei den Fokus auf Transformation, Wachstum und eine enge Zusammenarbeit mit den Führungsteams. Argos Wityu übernimmt Mehrheitsbeteiligungen und investiert jeweils zwischen 10 und 100 Mio. Euro Eigenkapital. Argos Wityu verfügt über 30 Jahre Erfahrung und verwaltet ein Vermögen von mehr als einer Mrd. Euro. Der Fonds ist in Brüssel, Frankfurt, Genf, Luxemburg, Mailand und Paris präsent.

Epsilon Research hat die erste Online-Plattform für das professionelle Management von M&A-Transaktionen nicht-börsennotierter Unternehmen entwickelt. Die Plattform bietet Zugang zu Daten, Analysen, Software-Tools sowie weiteren Services, die für die Bewertung nicht-börsennotierter Unternehmen erforderlich sind: EMAT, die größte Datenbank für Transaktionsmultiples von nicht-börsennotierten Unternehmen in Europa mit Details zu mehr als 8.000 M&A-Transaktionen zwischen € 1 Mio. und € 500 Mio. Unternehmenswert aus allen Branchen; regelmäßig publizierte Studien und Indizes, wie den Argos Index®; cloudbasierte Software für M&A-Kontakte und Projektmanagement sowie für Bewertungsprojekte (Vergleichs-Multiples und Portfolios von PE-Fonds)

Der Argos Index® Mid-Market misst die Entwicklung der Unternehmensbewertung von nicht-börsennotierten mittelständischen Unternehmen in der Eurozone. Die Analyse wird von Epsilon Research für Argos Wityu durchgeführt und vierteljährlich veröffentlicht. Sie stellt Medianwerte der EV/EBITDA-Multiples über einen 6-Monatszeitraum (rollierend) dar. Einbezogen werden Transaktionen, auf die folgende Kriterien zutreffen: Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen, Sitz des Zielunternehmens in der Eurozone, Mid-Market (Equity Value zwischen € 15 und € 500 Mio.), Ausschluss bestimmter Sektoren (Financial Services, Real Estate und High-Tech).

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